Quantentheorie als „Physik des Genauen“
Die Klassische Physik lebt von der Illusion einer mathematischen Exaktheit. Die führt jedoch zu immer größeren Widersprüchen, je genauer die Experimente werden. So müssten die Atome sofort kollabieren, wenn die klassische Physik tatsächlich zutreffen würde.
Erst in diesen Fällen, wenn es also sehr genau wird oder werden muss, dann ergibt sich die Notwendigkeit der Quantentheorie, um die Fehler der klassischen Physik zu korrigieren.
In „Kleinen“ muss man immer genau werden, daher wurde die Quantentheorie dort, also im Bereich der Atome, entdeckt.
Als Physik der Möglichkeiten prognostiziert die Quantentheorie sich ergebende Fakten nur mit Wahrscheinlichkeiten. Sie legt aber die möglichen Fakten mit einer Präzision fest, die im Bereich der klassischen Physik undenkbar ist.
Die Quantentheorie relativiert „Gegensätze“
Die klassische Physik handelt von materiellen Objekten, die man sehen und berühren kann. Sie handelt weiterhin von Kräften, die man nicht sehen oder berühren, aber spüren kann.
Diese im Alltag nützlichen Unterscheidungen werden durch die Quantentheorie relativiert.
So deckt die Quantentheorie auf, dass zwei Quanten der Materie sich gemeinsam wie ein Quantum der Kraft verhalten können (z. B. im Supraleiter ein Cooper-Paar aus zwei Elektronen verhält sich wie ein Kraftquant). Umgekehrt kann sich ein Kraftquant in zwei (oder auch mehr) Materiequanten umwandeln (z. B. Erzeugung eines Elektron-Positron-Paares aus einem Lichtquant)
Quantentheorie relativiert die Zeit
Im Alltag erfahren wir, wie der von uns wahrgenommene Zeitablauf von den Umständen beeinflusst wird, denen wir gegenüberstehen. Einmal vergeht für uns die Zeit „wie im Fluge“, ein andermal scheint sie überhaupt nicht zu verfließen.
Das Neue der Quantentheorie zeigt sich auch darin, dass auch in einem Quantensystem der Zeitablauf davon abhängt, wie es mit seiner Umgebung verbunden ist und wie es mit ihr wechselwirkt.
